Zwischen 1942 und 1945 befand sich im Gremberger Wäldchen, unmittelbar an der Autobahn (A4), ein „Krankensammellager“ für Zwangsarbeiter:innen; überwiegend Menschen aus der Sowjetunion und Polen.
Heilung und Pflege standen nicht im Vordergrund, hunderte Menschen wurden durch medizinische Unterversorgung und Mangelernährung ermordet. Der Ort entwickelte sich zu einem Sterbelager.
Am 8. April 1945 - wenige Tage vor Kriegsende - wurde das Lager auf Befehl des NSDAP-Kreisleiters Alfons Schaller geräumt. Ein Volkssturmkommando schoss durch die Fenster der Baracken und trieb die Menschen vor das Lagertor. In den Baracken der bettlägerigen Menschen wurde Stroh und Benzin verteilt; die Menschen wurden lebendig verbrannt.
Keiner der bekannten Täter wurde jemals vor ein Gericht gestellt.
Die Geschichte des „Krankensammellagers“ und der dort begangenen Verbrechen sind der Kölner Stadtgesellschaft bis heute nahezu unbekannt.
Im Gremberger Wäldchen sind seit dem 8. April 2025 zwei Wege nach Sergej Stepanow und Irena Błażejewska (geb. Młynarczyk) benannt. An beide Personen erinnern kurze Audiostücke, die sich im Gremberger Wäldchen mittels QR-Codes nachhören lassen können.
Sergej Stepanow, Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, arbeitete beim Bombensuchkommando. Auf seiner Flucht versteckte er sich im Gremberger Wäldchen. Dort wurde er am 8. April 1945 Augenzeuge des Massaker, das lokale Volkssturmeinheiten im Krankenlager verübten.
(Hier anhören)
Irena Błażejewska (geb. Młynarczyk) kam im Frühjahr 1944 im Krankenlager auf die Welt. Ihre Mutter war zwei Jahre zuvor aus Polen nach Deutschland verschleppt worden und musste auf einem Bauernhof in Mönchengladbach arbeiten.
(Hier anhören)
Ab Herbst 2025 erscheint ein Podcast zur Geschichte des ehemaligen Krankenlagers im Gremberger Wäldchen in Köln. Jetzt schon folgen:
In Podcast-App öffnenAngaben gemäß § 5 TMG:
Jugendclub Courage Köln e.V.
Sechzigstraße 73
50733 Köln
info@jc-courage.de
Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.